Hexarelin
PeptidDer medizinische Score liegt 24 Punkte unter dem Community-Score: Klinische Studien sind klein und auf GH-Surrogatmarker beschränkt [s4, s5], während Community-Berichte vor allem subjektive Leistungs- und Kompositionseffekte bewerten, die nicht durch RCTs belegt sind [c1, c2, c3].
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TL;DR
Hexarelin ist das potenteste GHRP und stimuliert die GH-Ausschüttung stärker als Ipamorelin oder GHRP-6 – erkauft durch ausgeprägte Cortisol- und Prolaktineffekte sowie schnelle Rezeptordesensibilisierung nach 4–6 Wochen. Kardioprotektive Effekte sind tierexperimentell belegt, aber beim Menschen nicht validiert. Ohne Zulassung, auf der WADA-Verbotsliste, rechtlich grau – kein Stoff für Einsteiger. Wer Cortisol- oder Prolaktinprobleme hat, greift besser zu Ipamorelin.
Beschreibung
Hexarelin ist ein synthetisches Hexapeptid-GHS, das über GHS-R1a und CD36 die Wachstumshormonausschüttung stimuliert und kardioprotektive Effekte zeigt. Keine FDA/EMA-Zulassung [s1, s4].
Hexarelin (Examorelin) ist ein synthetisches Hexapeptid der Klasse der Growth Hormone Secretagogues (GHS) und wurde in den 1990er-Jahren als Analogon zu GHRP-6 entwickelt [s2]. Es bindet mit hoher Affinität an den Ghrelin-Rezeptor GHS-R1a, der sowohl im Hypothalamus als auch in der Hypophyse exprimiert wird, und stimuliert die Ausschüttung von Wachstumshormon (GH) aus somatotrophen Zellen [s1, s3]. Hexarelin gilt als das potenteste aller GHRP-Peptide in Bezug auf die akute GH-Freisetzung beim Menschen, zeigt jedoch im Vergleich zu selektiveren GHRPs wie Ipamorelin ausgeprägtere Off-Target-Effekte, insbesondere erhöhte Cortisol- und Prolaktinausschüttung sowie eine rasche Rezeptordesensibilisierung (Tachyphylaxie) nach 4–8 Wochen kontinuierlicher Anwendung [s5, s6, s7]. Darüber hinaus besitzt Hexarelin kardioprotektive Eigenschaften, die unabhängig von der GH-Achse über den CD36-Rezeptor am Herzmuskel vermittelt werden. Tierexperimentelle Studien zeigen eine Reduktion der Infarktgröße, Verringerung kardialer Fibrose und Verbesserung der ventrikulären Funktion nach Myokardinfarkt [s8, s9, s10]. Beim Menschen gibt es Hinweise auf verbesserte linksventrikuläre Ejektionsfraktion (LVEF) bei hypopituitären Erwachsenen nach akuter intravenöser Hexarelin-Gabe, jedoch fehlen kontrollierte humanmedizinische Studien zur Kardiopruntektion bislang [s4]. GH-Spitzenwerte korrelieren negativ mit Körperfettanteil, BMI und Körpergewicht – adipöse Individuen zeigen eine reduzierte GH-Antwort auf Hexarelin [s11]. In Tiermodellen verbesserte Hexarelin die Körperzusammensetzung bei insulinresistenten Mäusen durch Reduktion der Fettmasse und Erhöhung der Muskelmasse [s15]. Hexarelin ist weder von der FDA noch von der EMA für den menschlichen Einsatz zugelassen und auf der WADA-Verbotsliste geführt [s12, s13].
Rechtlicher Status (DE)
Hexarelin ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz weder als Arzneimittel zugelassen noch als Nahrungsergänzungsmittel verkehrsfähig. Es gilt als nicht zugelassene Forschungschemikalie gemäß AMG §2. Der Besitz ist für Privatpersonen rechtlich unklar; der Vertrieb für den menschlichen Gebrauch ist ohne Arzneimittelzulassung illegal. Hexarelin ist zudem auf der WADA-Verbotsliste [S2] geführt und im Sport weltweit verboten [s12, s13].
Wirkmechanismus
Hexarelin entfaltet seine Wirkung über zwei primäre Rezeptorwege: 1. GHS-R1a (Ghrelin-Rezeptor): Hexarelin bindet mit hoher Affinität an GHS-R1a im Hypothalamus und der anterioren Hypophyse. Diese Bindung aktiviert die Phospholipase-C (PLC)-Signalkaskade, was zu einem Anstieg der intrazellulären Calciumkonzentration in somatotrophen Zellen führt und die pulsatile GH-Sekretion stimuliert [s1, s3]. Hexarelin wirkt dabei als orthosterischer Super-Agonist an GHS-R1a und aktiviert den G-Protein-Weg Gαo1 [s3]. Die GH-Ausschüttung ist dosisabhängig und wird durch endogenes GHRH synergistisch verstärkt [s4]. 2. CD36-Rezeptor (Scavenger-Rezeptor Typ B): Unabhängig von der GH-Achse bindet Hexarelin an den kardialen CD36-Rezeptor und vermittelt direkte kardioprotektive Effekte. Über diesen Weg werden Entzündungsprozesse gehemmt, die Fibrosebildung reduziert und die myokardiale Funktion nach ischämischen Ereignissen verbessert [s8, s9, s10]. Zusätzlich stimuliert Hexarelin in höheren Dosen die Freisetzung von Prolaktin und ACTH/Cortisol über hypothalamische und hypophysäre Wege, was als unerwünschter Nebeneffekt gilt [s6, s7]. Bei chronischer Anwendung kommt es zu einer raschen Desensibilisierung des GHS-R1a, die zu einer deutlichen Abschwächung der GH-Antwort führt (Tachyphylaxie) [s5, s7].
Dosierung
GH-Stimulation (akut, Forschung)
- Dosis
- 100 mcg pro Injektion
- Frequenz
- 1–3× täglich subkutan
- Verabreichung
- injektion-subkutan
- Dauer
- 4–6 Wochen (dann Pause empfohlen)
- Timing
- Nüchtern, morgens und/oder vor dem Schlafengehen
- Nahrungsaufnahme
- vermeiden
GH-Stimulation (klinische Forschungsdosis, intravenös)
- Dosis
- 2 mcg/kg Körpergewicht i.v.
- Frequenz
- Einmalgabe (Bolus)
- Verabreichung
- oral
- Dauer
- Einmalanwendung (Studienprotokoll)
- Timing
- Nur unter medizinischer Aufsicht
- Nahrungsaufnahme
- vermeiden
Körperzusammensetzung / Langzeitprotokoll
- Dosis
- 1,5 mcg/kg Körpergewicht s.c.
- Frequenz
- 2× täglich subkutan
- Verabreichung
- injektion-subkutan
- Dauer
- Maximal 16 Wochen, danach mindestens 4 Wochen Pause
- Timing
- Nüchtern (mindestens 30 min vor Mahlzeit)
- Nahrungsaufnahme
- vermeiden
In klinischen Studien wurden intravenöse Bolusdosen von 2 mcg/kg KG als obere Forschungsgrenze eingesetzt [s14]. Subkutan verwendete Langzeitdosen lagen bei 1,5 mcg/kg 2× täglich [s5]. Höhere Dosen verstärken Cortisol/Prolaktin-Nebenwirkungen deutlich [s6, s7]. Keine offiziell empfohlene klinische Höchstdosis, da keine Zulassung besteht.
Hexarelin sollte nicht täglich über mehr als 4–8 Wochen eingesetzt werden, da sonst ausgeprägte Rezeptordesensibilisierung auftritt [s5, s7]. Nahrungsaufnahme vor der Injektion reduziert die GH-Ausschüttung [s4]. Orale und nasale Applikation zeigen deutlich geringere Bioverfügbarkeit als subkutane Injektion [s14].
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Nebenwirkungen
| Nebenwirkung | Häufigkeit | Schwere |
|---|---|---|
| Hypoglykämie | selten | leicht |
Kontraindikationen
GH-Sekretagoga können das IGF-1-System stimulieren, das bei bestimmten Tumorentitäten proliferativ wirkt. Hexarelin ist bei bekannten Malignomen kontraindiziert [s5].
Da Hexarelin die Prolaktinausschüttung steigert, ist es bei bestehender Hyperprolaktinämie oder Prolaktinom kontraindiziert [s6, s7].
Keine Sicherheitsdaten beim Menschen verfügbar. Anwendung kontraindiziert [s5].
GH-Erhöhungen können die Insulinresistenz steigern und den Blutzucker destabilisieren [s5].
Wachstumshormon-Stimulation während der Wachstumsphase birgt das Risiko einer Akromegalie oder unkontrollierten Wachstumsförderung [s5].
Hexarelin (Examorelin) steht auf der WADA-Verbotsliste S2 und ist im Wettkampf- und Trainingszeitraum vollständig verboten [s12, s13].
Wechselwirkungen
Synergistisch
Hexarelin und Ipamorelin stimulieren beide den Wachstumshormon-Sekretagog-Rezeptor (GHS-R1a) und fördern so die GH-Ausschüttung aus der Hypophyse; die Kombination kann durch additive Rezeptoragonismus und unterschiedliche Bindungskinetiken zu einer verstärkten GH-Freisetzung führen.
Hexarelin aktiviert den GHS-R1a-Rezeptor (GHRP-Mechanismus), während CJC-1295 ohne DAC als kurzwirksames GHRH-Analogon den GHRH-Rezeptor stimuliert; die gleichzeitige Aktivierung beider Rezeptorwege wirkt synergistisch auf die hypophysäre GH-Sekretion.
Hexarelin (GHS-R1a-Agonist) und CJC-1295 mit DAC (langwirksames GHRH-Analogon mit Drug Affinity Complex) stimulieren komplementäre Signalwege der GH-Ausschüttung, wobei CJC-1295 DAC durch Albumin-Bindung eine prolongierte GHRH-Wirkung erzielt und so die pulsatile GH-Freisetzung durch Hexarelin potenziert.
Hexarelin steigert die systemische GH-Freisetzung über GHS-R1a, während BPC-157 lokal zytoprotektive und regenerative Effekte über NO-Synthase-Modulation und Wachstumsfaktor-Hochregulation (u. a. VEGF, EGF) vermittelt; die Kombination kann anabole und geweberegenerierende Prozesse auf komplementären Wegen unterstützen.
Hexarelin fördert die systemische GH-Ausschüttung und damit anabole Prozesse, während TB-500 (Thymosin β4) durch Aktin-Sequestrierung und Hochregulation von Zellmigrations- und Angiogenesewegen die Geweberegeneration fördert; beide Substanzen wirken über unterschiedliche Mechanismen synergistisch auf Heilungs- und Regenerationsprozesse.
Hexarelin und GHRP-2 stimulieren beide den GHS-R1a-Rezeptor und können zusammen eine deutlich stärkere Wachstumshormon-Ausschüttung bewirken. Hexarelin gilt dabei als potenter als GHRP-2. Eine Kombination beider GHRPs ist jedoch unüblich und erhöht das Desensibilisierungsrisiko.
Hexarelin ist das potentere GHRP im Vergleich zu GHRP-6 und kann eine deutlich höhere GH-Amplitude erzeugen. Eine gleichzeitige Anwendung beider GHRPs ist in der Praxis selten sinnvoll, kann aber die GH-Ausschüttung weiter steigern.
Die Kombination von Hexarelin (GHS-R1a-Agonist) und CJC-1295 No DAC (GHRH-R-Agonist) erzeugt durch komplementäre Rezeptorwege eine synergistische, deutlich verstärkte GH-Ausschüttung. Zusammen können sie 2–3-fach höhere GH-Pulse auslösen als jedes Peptid allein. Dies ist eine der am häufigsten beschriebenen GHRP/GHRH-Kombinationen.
Hexarelin steigert die systemische GH/IGF-1-Achse, während TB-500 lokal und systemisch die Geweberegeneration fördert. Diese Kombination wird für beschleunigte Erholung bei Sehnen-, Gelenk- und Muskelschäden beschrieben.
Vorsicht
Hexarelin ist das potenteste GHRP und führt bei dauerhafter Anwendung schneller zur Rezeptordesensibilisierung (GHS-R1a-Downregulation) als andere GHRPs wie Ipamorelin. Zyklen sollten daher kürzer gehalten werden. Eine Daueranwendung ohne Pause ist nicht empfohlen.
Die gleichzeitige Anwendung von Hexarelin und GHRP-2 ist wegen überlappender GHS-R1a-Aktivierung und erhöhtem Prolaktin-/Cortisol-Risiko nicht sinnvoll. Beide Peptide erhöhen Prolaktin und Cortisol stärker als Ipamorelin; eine Kombination potenziert diese Nebenwirkungen.
Studien
Tier A — Hohe Evidenz
Community-Evidenz
Häufigste gemeldete Vorteile
- Gesteigerte GH-Wirkung und Muskelaufbau (besonders in Kombination mit CJC-1295)
- Verbesserte Erholungszeit nach dem Training
- Erhöhte Ausdauer im Fitnessstudio
- Potenzielle Herzgesundheitseffekte (community-diskutiert)
Häufigste gemeldete Probleme
- Starker Appetitanstieg (weniger als GHRP-6, aber spürbar)
- Schnelle Desensibilisierung nach 4–6 Wochen
- Spürbare Cortisol- und Prolaktineffekte (Stimmungsschwankungen, Libidoveränderungen)
- Geringere Verfügbarkeit und höhere Kosten als Ipamorelin
Community-Nutzer berichten häufig über die Notwendigkeit von Zyklen (on/off) aufgrund der raschen Wirkungsabnahme. Mehrere Nutzer wechseln nach negativen Erfahrungen mit Cortisol-/Prolaktineffekten zu Ipamorelin. Die Evidenz für kardioprotektive Effekte beim Menschen wird in der Community zwar diskutiert, aber meist unkritisch auf Basis von Tierstudien extrapoliert [c1, c2, c3].
Wissenschaftliche Quellen
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Community-Quellen
Lagerung
Ungeöffnet
Lyophilisiertes Pulver: bei -20 °C lagern, vor Licht und Feuchtigkeit schützen. Haltbarkeit ungeöffnet bis zu 24 Monate.
Geöffnet
Nach Rekonstitution mit bakteriostatischem Wasser: bei 2–8 °C (Kühlschrank) lagern. Innerhalb von 28 Tagen verbrauchen.
Hinweise
Wiederholtes Einfrieren und Auftauen vermeiden, da dies die Peptidstruktur schädigt. Rekonstituierte Lösung nicht schütteln.