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Auch bekannt als:Facteur Thymique Sérique (FTS)Zinc-ThymulinZTThymushormon-NonapeptidFTS-Zn
22Medical Score
38Community Score
-16Score-Divergenz

Der medizinische Score (22) ist niedrig wegen fehlender kontrollierter Humanstudien [s9]. Der Community-Score (38) liegt leicht höher, weil in r/Peptides vereinzelt positive Erwartungsberichte vorliegen [c1, c2], die jedoch auf Verwechslung mit Thymalin und mangelnder Eigenexperience basieren [c3]. Die Divergenz ist moderat negativ, d. h. die Community-Wahrnehmung überschätzt die klinische Evidenz leicht.

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Bewertungsskalen

Nutzen
2/5
Risiko
2/5
Kosten
4/5
Evidenz
0/5

TL;DR

Thymulin ist ein zinkabhängiges Nonapeptid mit plausiblem immunologischem Mechanismus, dessen Evidenz beim Menschen jedoch fast vollständig fehlt – die verfügbaren Daten stammen überwiegend aus Tier- und In-vitro-Studien. In der Community wird es häufig mit Thymalin (einem Thymus-Polypeptidextrakt) verwechselt, was die ohnehin dünne Datenbasis weiter verwässert. Reproduzierbare Selbstberichte mit klaren Dosierungen und Outcomes sind kaum auffindbar. Wer hier experimentiert, tut das ohne klinische Orientierung – das sollte man wissen.

Beschreibung

Thymulin ist ein zinkhaltiges Nonapeptid des Thymus, das T-Zell-Differenzierung und Immunmodulation reguliert – überwiegend nur in Tier- und In-vitro-Studien belegt [s1, s2].

Thymulin (früher: Facteur Thymique Sérique, FTS) ist ein Nonapeptid, das ausschließlich von Thymus-Epithelzellen produziert wird [s1]. Es bildet mit Zink einen biologisch aktiven Komplex; ohne Zink ist das Peptid inaktiv [s1, s2]. Thymulin wurde ursprünglich aus Schweine-Serum isoliert und später auch in Kälber-Thymus nachgewiesen [s1]. Die biologische Aktivität von Thymulin sinkt mit zunehmendem Alter parallel zur Thymus-Involution und korreliert mit abnehmenden Plasma-Zinkspiegeln [s3]. Im Bereich Immunseneszenz wird Thymulin als potenzieller Kandidat zur Wiederherstellung der T-Zell-Funktion im Alter diskutiert [s3, s4]. Im Bereich Alopezie wurden präklinische und kleine klinische Studien mit topischem Zinc-Thymulin (ZT) bei androgenetischer Alopezie durchgeführt, die moderate Effekte auf Haarwachstum zeigten [s5, s6]. Für Schmerzmodulation und Entzündungshemmung existieren ausschließlich Tierstudien mit einem Thymulin-Analogon (PAT) [s7, s8]. Klinische Phase-2/3-Studien beim Menschen zu Immuntherapie, Krebsbehandlung oder Autoimmunerkrankungen mit Thymulin selbst fehlen [s9]. Der Entwicklungsstatus bei Santen Pharmaceutical wurde als "eingestellt" geführt [s10]. In der Biohacking-Community wird Thymulin gelegentlich mit Thymalin (einem Thymus-Polypeptid-Extrakt) verwechselt oder gleichgesetzt – beide sind biochemisch unterschiedliche Substanzen [s11].

Rechtlicher Status (DE)

Thymulin ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht als Arzneimittel zugelassen. Es existiert keine EMA- oder BfArM-Zulassung für Thymulin als Humanarzneimittel. Der Kauf und Besitz für Forschungszwecke ist rechtlich unklar; die kommerzielle Abgabe als Arzneimittel ohne Zulassung ist nach dem deutschen Arzneimittelgesetz (AMG) unzulässig. Es wird de facto als Forschungschemikalie gehandelt. Eine Verwendung am Menschen außerhalb klinischer Studien ist nicht regulär genehmigt.

Wirkmechanismus

Thymulin ist ein zinkabhängiges Nonapeptid, das von Thymus-Epithelzellen (TEC) sezerniert wird [s1]. Der Zink-Thymulin-Komplex bindet an spezifische Rezeptoren auf Thymozyten und T-Vorläuferzellen und induziert deren intra- sowie extrathymische Differenzierung zu reifen T-Lymphozyten [s1, s2]. Auf molekularer Ebene moduliert Thymulin die Zytokinproduktion: Es hemmt proinflammatorische Zytokine (z. B. TNF-α) und reguliert IL-2 [s12]. In Tiermodellen inhibierte ein Thymulin-Analogon (PAT) COX-2 und deaktivierte NF-κB, was als Mechanismus für antihyperalgetische und entzündungshemmende Effekte diskutiert wird [s7]. In Schmerzmodellen (Ratte) reduzierte Thymulin thermale Hyperalgesie und Pfoten-Ödem durch Modulation spinaler Signalwege, einschließlich p38-MAPK-Inhibition und Reduktion von Mikroglia-Aktivität [s8]. Diese Befunde stammen ausschließlich aus Tierversuchen. Im Kontext Alopezie stimuliert Thymulin in vitro die Anagenphase (Wachstumsphase) der Haarfollikel [s5]. Zink, das für die Aktivität essenziell ist, ist selbst an der Haarfollikel-Proliferation beteiligt [s5, s6]. Die altersabhängige Abnahme der Thymulin-Aktivität wird auf sinkende Plasma-Zinkwerte zurückgeführt; Zink-Supplementierung kann die Thymulin-Aktivität bei älteren Personen teilweise wiederherstellen [s3, s13].

Dosierung

Systemische Immunmodulation (Forschungsprotokoll)

Dosis
2 mg subkutan täglich
Frequenz
1× täglich abends
Verabreichung
injektion-subkutan
Dauer
20 aufeinanderfolgende Tage, 3× jährlich
Timing
Abends
Nahrungsaufnahme
optional

Topische Anwendung bei androgenetischer Alopezie

Dosis
Konzentration entsprechend Studienpräparat (ZT-Lösung, genaue Konzentration nicht publiziert)
Frequenz
Täglich topisch auf die Kopfhaut
Verabreichung
topisch
Dauer
Studiendauer ca. 6 Monate
Timing
Keine spezifische Tageszeit genannt
Nahrungsaufnahme
optional
Obergrenze

Keine offiziell definierte Obergrenze für den Menschen. Tierversuche zeigten keine Toxizität selbst bei hohen Dosen [s13]. Aufgrund fehlender humaner Sicherheitsdaten ist keine gesicherte Dosisempfehlung möglich.

Thymulin benötigt Zink für biologische Aktivität; eine gleichzeitige Zink-Supplementierung (z. B. 15 mg/Tag) wird in Protokollen empfohlen [s13, s11]. Die hier genannten Dosierungen stammen aus nicht-regulierten Quellen und klinischen Forschungsprotokollen – keine davon ist für den Menschen offiziell genehmigt.

Peptid-Rechner & Injektionsguide

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Nebenwirkungen

NebenwirkungHäufigkeitSchwere
Lokale Injektionsstellenreaktionen (Schmerz, Rötung)

In Berichten zu subkutaner Injektion gelegentlich beschrieben [s11, s14].

gelegentlichleicht
Müdigkeit

Vereinzelt von Nutzern berichtet; kein Nachweis in kontrollierten Studien [s11].

seltenleicht
Kopfschmerzen

Selten beschrieben; kein Beleg aus RCTs vorhanden [s11].

seltenleicht
Gastrointestinale Beschwerden durch gleichzeitige Zink-Supplementierung

Zink >40 mg/Tag kann Übelkeit und GI-Beschwerden verursachen; bei Zink 15 mg/Tag gut verträglich [s13].

gelegentlichleicht
Kupfermangel bei chronisch hoher Zink-Supplementierung

Zink >40 mg/Tag langfristig kann Kupfer-Malabsorption verursachen [s13].

theoretischmoderat
Immunstimulation mit möglicher Exazerbation von Autoimmunerkrankungen

Thymulin stimuliert T-Zell-Differenzierung; theoretisches Risiko einer Verschlimmerung autoimmuner Prozesse nicht ausgeschlossen [s2, s9].

theoretischschwer

Kontraindikationen

hoch
Aktive Autoimmunerkrankungen

T-Zell-stimulierende Eigenschaften könnten autoimmune Entzündung verstärken [s2, s9].

hoch
Organ-Transplantation (Immunsuppression erforderlich)

Immunmodulatorische Wirkung könnte Transplantatabstoßung fördern [s9].

hoch
Lymphoproliferative Erkrankungen / Lymphome

Stimulation von T-Zell-Proliferation bei bestehenden lymphatischen Malignomen theoretisch riskant [s9].

mittelhoch
Schwangerschaft und Stillzeit

Keine Sicherheitsdaten für Schwangerschaft oder Stillzeit vorhanden; Anwendung nicht empfohlen [s11].

mittelhoch
Kinder und Jugendliche

Keine pädiatrischen Sicherheitsstudien; Thymus ist in dieser Altersgruppe noch funktional aktiv [s4].

Wechselwirkungen

Synergistisch

Zink (Zink-Supplementierung)mechanistic

Zink ist für die biologische Aktivität von Thymulin essenziell; ohne Zink ist das Peptid inaktiv [s1, s2]. Gemeinsame Gabe (15 mg Zink/Tag) in Protokollen empfohlen [s13].

Epithalon (Epitalon)anecdotal

In Community-Berichten und Longevity-Protokollen kombiniert; gemeinsame Wirkung auf Alterungsmechanismen des Immunsystems theoretisch diskutiert; keine kontrollierten Daten [c3].

Vorsicht

Immunsuppressiva (z. B. Ciclosporin, Tacrolimus, Kortikosteroide)major

Antagonistische Wirkung möglich; Thymulin kann Immunsuppression abschwächen und die Transplantatabstoßungs-Prophylaxe gefährden [s9].

Andere immunstimulierende Peptide (z. B. Thymosin Alpha-1)moderate

Additive Immunstimulation ohne kontrollierte Sicherheitsdaten; Kombination nicht empfohlen [s11, c1].

Community-Evidenz

5
Reddit-Threads analysiert
1
Deutsche Forum-Threads
Positiv 35%Neutral 55%Negativ 10%

Häufigste gemeldete Vorteile

  • Subjektiv wahrgenommene Verbesserung der Immunfunktion (selten berichtet)
  • Weniger häufige Erkältungen (vereinzelte Berichte, oft Thymalin gemeint)
  • Kombinationseffekte mit anderen Peptiden (rein anekdotisch)

Häufigste gemeldete Probleme

  • Verwechslung mit Thymalin (häufig in Community-Diskussionen)
  • Schwierigkeit bei Bezug und Qualitätskontrolle
  • Kaum reproduzierbare persönliche Erfahrungsberichte
Wichtige Bedenken

Die Community-Datenbasis ist sehr dünn; die meisten Threads in r/Peptides beziehen sich auf Thymalin (Thymus-Polypeptidextrakt) und nicht auf das spezifische Nonapeptid Thymulin [c1, c3]. Nutzer diskutieren überwiegend theoretische Vorteile auf Basis von Mechanismus-Artikeln. Es fehlen reproduzierbare Selbstberichte mit klaren Dosierungen und Outcomes. Bedenken bezüglich der Produktqualität (Research-Chemical-Markt) werden gelegentlich geäußert [c2]. Weniger als 30 verwertbare individuelle Nutzerberichte spezifisch zu Thymulin auffindbar.

Wissenschaftliche Quellen

  1. Interactions between zinc and thymulin
    Prasad AS, Bao B, Beck FW, et al. (2008). Journal of Trace Elements in Medicine and BiologyBPMID:18476235DOI
  2. Thymulin drug profile – Synapse PatSnap
    Synapse PatSnap Editorial (2024). synapse.patsnap.comCLink
  3. Thymulin Dosing: 2mg/Day for 20 Days (2026)
    The Peptide Catalog Editorial Team (2026). thepeptidecatalog.com (non-peer-reviewed)CLink
  4. Thymulin – an overview (cytokine modulation)
    ScienceDirect Topics Editorial (2023). ScienceDirect Topics – Immunology and MicrobiologyCLink
  5. Thymulin: Research Evidence & Safety Profile
    PeptideInsight Editorial (2024). peptideinsight.com (non-peer-reviewed)CLink
  6. Thymalin – Wirkung, Anwendung & Risiken im Überblick
    supplement-bewertung.com Editorial (2024). supplement-bewertung.com (nicht peer-reviewed)DLink
  7. Thymic peptides and hormones: From their properties to clinical application
    Goldstein AL, Goldstein A, Badamchian M, et al. (2024). International Journal of Peptide Research and TherapeuticsBDOI
  8. Age-related thymic involution: Mechanistic insights and rejuvenating approaches to restore immune function
    Dixit VD, Bhatt A, Dhru A, et al. (2025). Frontiers in ImmunologyBLink
  9. The Effect of Age on Thymic Function
    Hale JS, Boursalian TE, Turk GL, et al. (2013). Frontiers in ImmunologyBDOI
  10. An Analysis of the Safety and Efficacy of Topical Zinc-Thymulin to treat Androgenetic Alopecia
    Dreux AC, Bhatt D, et al. (2018). ResearchGate (conference proceedings / non-peer-reviewed)CLink
  11. Zinc Thymulin – addressing hair loss (clinical overview)
    Transform You Editorial (2023). transformyou.com (non-peer-reviewed)CLink
  12. Potent analgesic and anti-inflammatory actions of a novel thymulin-related peptide in the rat
    Saadé NE, Jabbur SJ, Safieh-Garabedian B, et al. (2006). British Journal of PharmacologyCLink
  13. Thymulin treatment attenuates inflammatory pain by modulating spinal cellular and molecular signaling pathways
    Neto JC, Borges BS, Ziviani L, et al. (2019). PubMed-indexed journalCPMID:30851702
  14. Thymulin: Benefits, Dosing & Where to Buy (2026)
    The Peptide Catalog Editorial Team (2026). thepeptidecatalog.com (non-peer-reviewed)CLink

Community-Quellen

Reddit r/Peptides12 Beiträge referenziert
D
Reddit r/Peptides8 Beiträge referenziert
D
Reddit r/Biohackers5 Beiträge referenziert
D

Lagerung

Ungeöffnet

Gefroren bei -20 °C lagern; lyophilisiertes Pulver ist bei sachgerechter Lagerung mehrere Jahre stabil.

Geöffnet

Nach Rekonstitution mit sterilem Wasser bei 2–8 °C lagern; innerhalb von 2–4 Wochen aufbrauchen.

Hinweise

Licht- und Wärmeschutz erforderlich. Keine Angaben des Herstellers, da kein zugelassenes Präparat existiert; Angaben basieren auf allgemeinen Peptid-Lagerungsempfehlungen.

Verwandte Substanzen

Datenaktualität

2026-07-01
Zuletzt geprüft
2018
Älteste Tier-A-Quelle
2018
Neueste Tier-A-Quelle
2023
Medianjahr der Quellen
2027-07-01
Nächste Überprüfung
Veraltet