Urolithin A
SupplementMedizinischer Score und Community-Score sind ähnlich, da sowohl klinische Studien [s1, s2] als auch Nutzerberichte [c1, c2] gemischte, aber tendenziell positive Ergebnisse zeigen. Die Community-Skepsis gegenüber dem Preis und fehlendem persönlichem Nutzen bei einem Teil der Anwender [c1, c3] spiegelt die noch begrenzte Evidenzlage wider.
Vollständige Informationen freischalten
Dosierungen, Nebenwirkungen, Studien und mehr — kostenlos nach Registrierung.
Kostenlos registrierenBewertungsskalen
TL;DR
Urolithin A ist der interessanteste Mitophagie-Aktivator im Supplement-Bereich mit echter klinischer Datenbasis: Vier RCTs (n ≈ 460) zeigen konsistent positive Effekte auf Muskelausdauer und mitochondriale Biomarker bei älteren und mittelalten Erwachsenen. Die Evidenz ist jedoch durch kleine Stichproben, kurze Studiendauer und starkes Industrie-Sponsoring (Amazentis/Mitopure) limitiert – unabhängige Replikation fehlt weitgehend. Hinzu kommt: Nur ca. 30–40 % der Menschen produzieren UA aus Nahrungsquellen, was die Responder-Rate bei Supplementierung erklären könnte. Das Sicherheitsprofil ist gut, die Kosten-Nutzen-Relation bei fehlenden Langzeitdaten aber kritisch zu hinterfragen.
Beschreibung
Urolithin A ist ein Darmmikrobiom-Metabolit aus Ellagitanninen, der Mitophagie aktiviert und Muskelfunktion sowie mitochondriale Gesundheit verbessert [s1, s2].
{'_citation_patch': {'claim': 'ca. 30–40 % der Bevölkerung sind UM-A-Produzenten (Metabotyp A)', 'replace_source': 's5', 'new_source': 's19', 'qualifier_de': 'Hinweis: Der genaue UM-A-Anteil variiert je nach Kohorte und Bevölkerung (ca. 10 % UM-0 in spanischen/chinesischen Kohorten [s3]; UM-A/UM-B-Verhältnis populationsabhängig [s19]). Die Angabe „30–40 %" sollte als Schätzbereich verstanden werden.\n'}}
Rechtlicher Status (DE)
{'_citation_patch': {'replace_source': 's12', 'new_sources': ['s20', 's21'], 'text_de': 'In der EU ist Urolithin A seit dem 1. September 2022 als Neuartiges Lebensmittel (Novel Food) zugelassen (Durchführungsverordnung (EU) 2022/1452 der Europäischen Kommission, ABl. L 227 vom 1.9.2022 [s20]), basierend auf einer positiven Sicherheitsbewertung der EFSA aus dem Jahr 2022 [s21].\n'}}
Wirkmechanismus
Urolithin A wirkt über mehrere miteinander verknüpfte Mechanismen: 1. Mitophagie-Aktivierung: UA stimuliert selektiv die Beseitigung dysfunktionaler Mitochondrien über den PINK1/Parkin-Signalweg [s11]. Beschädigte Mitochondrien werden ubiquitiniert und von Autophagosomen erkannt, was zu ihrer Elimination führt. Dies verbessert die Gesamtqualität des mitochondrialen Netzwerks [s11]. 2. mTOR-Hemmung: UA hemmt den mTOR-Signalweg, wodurch die durch mTOR bedingte Hemmung der Autophagie aufgehoben wird. Dies erlaubt eine effizientere autophagische Aktivität [s15]. 3. Mitochondriale Biogenese: Durch die Elimination dysfunktionaler Mitochondrien und nachfolgende Kompensationsmechanismen wird die Bildung neuer, funktionsfähiger Mitochondrien angeregt [s2, s6]. 4. Entzündungshemmung: UA zeigt dosisabhängige anti-inflammatorische Effekte, darunter Reduktion von Entzündungsmarkern und Hochregulierung von Genen der Fettsäureoxidation [s6]. 5. Immunmodulation: In einer 4-wöchigen Studie erhöhte UA die naive CD8+-T-Zell-Zahl und mitochondriale Biogenesemarker, während Entzündungsmarker bei Erwachsenen mittleren Alters sanken [s14]. 6. Neuroprotektive Mechanismen (präklinisch): In Tiermodellen und In-vitro-Studien fördert UA die Mitophagie im Gehirn, reduziert neuroinflammation und verbessert kognitive Parameter in Alzheimer-Modellen [s9, s10].
Nebenwirkungen
| Nebenwirkung | Häufigkeit | Schwere |
|---|---|---|
| Leichte Muskel- und Gelenkbeschwerden (Myalgie, Steifheit) In klinischen Studien berichteten einige Teilnehmer über Muskelschmerzen; Forscher führten dies größtenteils auf Muskelbiopsien zurück, nicht auf UA [s8]. Auch in Nutzerberichten gelegentlich erwähnt [c1]. | gelegentlich | leicht |
| Kopfschmerzen Milde, vorübergehende Kopfschmerzen wurden in Nutzerberichten und in klinischen Berichten als mögliche Nebenwirkung beschrieben [s8, c1]. | gelegentlich | leicht |
| Verdauungsbeschwerden (Übelkeit, Durchfall, weicher Stuhl, erhöhte Schleimproduktion) Gastrointestinale Beschwerden wurden in Nutzerberichten und klinischen Übersichten als milde, vorübergehende Nebenwirkungen erwähnt [s8, c1, c4]. | gelegentlich | leicht |
| Ausgeprägte Tagesmüdigkeit / Energie-Crash Einzelne Nutzer berichteten von starker Müdigkeit ca. 4 Stunden nach der Einnahme, möglicherweise durch vorübergehende Reduktion der ATP-Produktion während des mitochondrialen Umbaus [c4, c5]. | selten | leicht |
| Schwerwiegende Nebenwirkungen oder Organschäden Keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse oder relevanten Veränderungen von Leber-, Nieren- oder Herzparametern wurden in klinischen Studien dokumentiert [s7, s8]. | theoretisch | leicht |
Kontraindikationen
Keine Sicherheitsdaten für Schwangere oder Stillende vorhanden. Aus Vorsichtsgründen zu meiden [s8].
Keine Studiendaten für Minderjährige vorhanden; Anwendung nicht empfohlen [s8].
Theoretisches Risiko einer Kreuzreaktivität; keine dokumentierten Fälle, aber Vorsicht bei bekannten Allergien [s3, s4].
UA moduliert Immunfunktion (naive CD8+-T-Zellen) [s14]; Wechselwirkungen mit immunsuppressiven Medikamenten sind theoretisch möglich, aber nicht klinisch dokumentiert.
Wechselwirkungen
Synergistisch
Beide Substanzen stimulieren Mitophagie/Autophagie über teilweise unterschiedliche Wege; kombinierte Wirkung wird diskutiert [s11].
Synergetischer Effekt auf mitochondriale Funktion theoretisch möglich; keine RCT-Daten zur Kombination verfügbar.
Urolithin A und CoQ10 wirken über unterschiedliche Wege auf die Mitochondrienfunktion ein – UA stimuliert Mitophagie, CoQ10 unterstützt direkt die ATP-Produktion in der Atmungskette. Die Kombination gilt als komplementär und gut verträglich.
Fisetin und Urolithin A werden in einer laufenden Kombinations-Studie (klinische Phase) auf senolytische und Anti-Aging-Wirkungen untersucht. Beide Substanzen adressieren Seneszenz und oxidativen Stress über teils unterschiedliche Mechanismen.
Quercetin zeigt komplementäre antientzündliche und senolytische Eigenschaften zu Urolithin A. Beide werden in Longevity-Stacks kombiniert, wobei keine negativen Wechselwirkungen bekannt sind.
ALCAR unterstützt den mitochondrialen Fettsäuretransport und die ATP-Synthese, während UA die Qualität des Mitochondrienpools durch Mitophagie verbessert. Die Kombination ist in Experten-Stacks für mitochondriale Gesundheit gelistet.
PQQ fördert die mitochondriale Biogenese durch Aktivierung von PGC-1α, während Urolithin A beschädigte Mitochondrien entfernt. Beide Substanzen gelten als komplementäre Mitochondrien-Booster.
Resveratrol und Urolithin A können laut verfügbaren Quellen gut kombiniert werden; keine negativen Wechselwirkungen bekannt. Beide aktivieren SIRT1/AMPK-Signalwege und unterstützen zelluläre Gesundheit.
Vorsicht
Theoretische Interaktion durch immunmodulatorische Wirkung von UA [s14]; keine klinischen Daten.
Metabolismus von UA und mögliche Enzyminteraktionen sind nicht vollständig charakterisiert; Vorsicht bei Polypharmazie.
Community-Evidenz
Häufigste gemeldete Vorteile
- Verbesserte Ausdauer und körperliche Leistungsfähigkeit
- Erhöhte Herzratenvariabilität (HRV)
- Subjektiv mehr Energie im Alltag
- Reduktion von Kopfschmerzen (Einzelbericht)
Häufigste gemeldete Probleme
- Kein spürbarer Effekt bei einem erheblichen Teil der Anwender
- Vorübergehende Tagesmüdigkeit oder Energie-Crash
- Hoher Preis im Verhältnis zum erlebten Nutzen
- Leichte Verdauungsbeschwerden
Viele Nutzer berichten von keiner wahrnehmbaren Wirkung [c1, c3]. Die enge Verbindung der meisten Studien mit dem Hersteller Amazentis/Timeline (Mitopure) wird in der Community als potenzieller Bias diskutiert [c1, c2]. Manche Nutzer vermuten, dass die Wirkung nur bei jenen eintritt, die ohnehin kein funktionierendes Darmmikrobiom zur UA-Produktion besitzen [c2]. Die Kosteneffizienz wird angesichts unklarer Langzeitdaten kritisch bewertet [c1].
Wissenschaftliche Quellen
- Effect of Urolithin A Supplementation on Muscle Endurance and Mitochondrial Health in Older Adults: A Randomized Clinical Trial
Liu S, D'Amico D, Shankland E, et al. (2022). JAMA Network OpenAPMID:35050355DOI - Methylated urolithin A mitigates cognitive impairment by inhibiting NLRP3 inflammasome and ameliorating mitochondrial dysfunction in aging mice
Wang Y, Zhang X, Chen L, et al. (2024). NeuropharmacologyCDOI - Distinct roles of urolithin A and spermidine in mitophagy and autophagy: implications for dietary supplementation
Madeo F, Carmona-Gutierrez D, Hofer SJ, et al. (2024). Nutrition Research ReviewsBDOI - Novel Food Regulation and Urolithin A EU authorization – Longevity ingredients under the EU regulatory spotlight
NutraIngredients-Redaktion (2026). nutraingredients.comBLink - Agency Response Letter GRAS Notice No. GRN 000791 – Urolithin A (Amazentis SA)
U.S. Food and Drug Administration (2018). FDAALink - Effect of the mitophagy inducer urolithin A on age-related immune decline: a randomized, placebo-controlled trial
Andreux PA, Blanco-Bose W, Ryu D, et al. (2025). Nature AgingADOI - The Science of Mitophagy: Urolithin A's Impact on Mitochondrial Function and Aging
Healthspan-Redaktion (2024). gethealthspan.comDLink - The effects of urolithin A supplementation on muscle strength, muscle mass and physical performance in humans – a systematic review
Preprint-Autoren (medRxiv) (2025). medRxiv (Preprint)BDOI - Emerging evidence of Urolithin A in sports nutrition: bridging preclinical findings to athletic applications
Domínguez R, Ramos-Álvarez JJ, Llorente-Cantarero FJ, et al. (2025). Frontiers in NutritionBDOI - Urolithin A as a Potential Agent for Prevention of Age-Related Disease: A Scoping Review
Tripolt NJ, Stekovic S, Abdellatif M, et al. (2023). NutrientsADOI - The gut microbiota metabolism of pomegranate or walnut ellagitannins yields two urolithin-metabotypes that correlate with cardiometabolic risk biomarkers: comparison between normoweight, overweight-obesity and metabolic syndrome
Selma MV, González-Sarrías A, Salas-Salvadó J, Andrés-Lacueva C, Alasalvar C, Örem A et al. (2017). Clinical NutritionCPMID:28347564DOI - Urolithin A improves muscle strength, exercise performance, and biomarkers of mitochondrial health in a randomized trial in middle-aged adults
Singh A, D'Amico D, Andreux PA, et al. (2022). Cell Reports MedicineAPMID:35584623DOI - Commission Implementing Regulation (EU) 2022/1452 of 4 August 2022 authorising the placing on the market of urolithin A as a novel food under Regulation (EU) 2015/2283 of the European Parliament and of the Council
Unbekannt (2022). CLink - Safety of urolithin A as a novel food pursuant to Regulation (EU) 2015/2283
EFSA Panel on Nutrition, Novel Foods and Food Allergens (NDA) (2022). EFSA JournalCDOI - A Synergistic Combination of DHA, Luteolin, and Urolithin A Against Alzheimer's Disease
Jayatunga DPW, Hone E, Fernando W, Garg ML, Verdile G, Martins RN (2022). Frontiers in Aging NeuroscienceCDOI - Gut Bacteria Involved in Ellagic Acid Metabolism To Yield Human Urolithin Metabotypes Revealed
Cortez-Trejo MC, Wall-Medrano A, Garay-Martínez LE, et al. (2023). Journal of Agricultural and Food ChemistryBDOI - The gut microbiota metabolism of pomegranate or walnut ellagitannins yields two urolithin-metabotypes that correlate with cardiometabolic risk biomarkers
García-Villalba R, Giménez-Bastida JA, Cortés-Martín A, et al. (2017). Clinical NutritionBPMID:28347564DOI - Urolithin A: Das Postbiotikum für junge Mitochondrien 2026
Kuukivi-Redaktion (2026). kuukivi.deDLink - Targeting aging with urolithin A in humans: A systematic review
Ghosh N, Das A, Biswas N, et al. (2024). Ageing Research ReviewsAPMID:39002645DOI - Urolithin A Side Effects: Is It Really Safe to Take?
omre-Redaktion (2024). omre.coDLink - Urolithin A – Cognitive Vitality Report (Alzheimer's Drug Discovery Foundation)
Alzheimer's Drug Discovery Foundation (2023). alzdiscovery.orgBLink - Urolithin A improves Alzheimer's disease cognition and restores mitophagy and lysosomal functions
Hou Y, Singh A, Andreux PA, et al. (2024). Alzheimer's & DementiaCDOI
Community-Quellen
Lagerung
Ungeöffnet
Trocken und kühl lagern, bei Raumtemperatur (15–25 °C), vor direktem Sonnenlicht und Feuchtigkeit schützen.
Geöffnet
Behälter fest verschließen; bei Pulver- oder Kapselform Feuchtigkeit vermeiden.
Hinweise
Herstellerangaben auf der Verpackung beachten; keine besonderen Kühlungsanforderungen bekannt.