Zink Bisglycinat
SupplementDie Abweichung von -10 Punkten ergibt sich daraus, dass die klinische Evidenz speziell für Zink Bisglycinat auf einer kleinen Bioverfügbarkeitsstudie (n=12) basiert [s1], während die Community-Bewertung die breite positive Nutzererfahrung mit guter Verträglichkeit und subjektiv wahrnehmbaren Effekten widerspiegelt [c1, c2]. Die allgemeine Zink-Evidenz ist robust, aber formspezifische RCTs fehlen weitgehend.
Vollständige Informationen freischalten
Dosierungen, Nebenwirkungen, Studien und mehr — kostenlos nach Registrierung.
Kostenlos registrierenBewertungsskalen
TL;DR
Zink Bisglycinat ist die verträglichste Zinkform auf dem Markt – die Chelatbindung schützt das Zink vor Phytaten und anderen Absorptionshemmern im Darm und steigert die Bioverfügbarkeit um rund 43 % gegenüber Zinkgluconat. Die Evidenz für Immunfunktion, Wundheilung und Hautbild ist solide, auch wenn der Medical Score (50/100) zeigt, dass viele Effekte noch besser belegt werden könnten. Wer langfristig supplementiert, sollte Kupfer im Blick behalten: Dauerdosen über 25 mg elementares Zink täglich können einen Kupfermangel verursachen. Das BfR empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel maximal 6,5 mg elementares Zink pro Tag – wer einen echten Mangel ausgleichen will, sollte das vorher labordiagnostisch bestätigen lassen.
Beschreibung
Chelatierte Zinkform mit +43 % höherer Bioverfügbarkeit als Zinkgluconat; gut verträglich für Immunsystem, Haut, Haare und Wundheilung [s1, s2].
Zink Bisglycinat ist eine chelatierte Zinkverbindung, bei der ein Zinkatom an zwei Moleküle der Aminosäure Glycin gebunden ist. Diese Chelat-Struktur schützt das Zink vor der Aufspaltung durch Magensäure und ermöglicht eine effiziente Aufnahme über die Darmwand [s3, s4]. Im Vergleich zu anorganischen Zinkformen wie Zinkoxid oder Zinksulfat sowie zum organischen Zinkgluconat zeigt Bisglycinat eine deutlich höhere Bioverfügbarkeit: Eine humane Crossover-Studie mit 12 gesunden Frauen ergab eine um 43,4 % höhere orale Bioverfügbarkeit gegenüber Zinkgluconat [s1]. Zink ist ein essenzielles Spurenelement, das an mehr als 300 Enzymreaktionen beteiligt ist [s5]. Es unterstützt die Funktion des Immunsystems, fördert die Wundheilung, schützt Zellen vor oxidativem Stress und ist wichtig für Haut-, Haar- und Nagelgesundheit [s5, s6]. Systematische Übersichtsarbeiten belegen, dass Zinkergänzung die Dauer von Erkältungen reduzieren und die Immunantwort verbessern kann [s6]. Bei Akne vulgaris zeigen Meta-Analysen signifikant niedrigere Zinkspiegel bei Betroffenen sowie eine Verbesserung des Entzündungsbilds durch orale Zinksupplementierung [s7]. Eine systematische Übersichtsarbeit mit acht klinischen Studien ergab, dass ein Zinkdefizit Testosteronwerte senkt und eine Supplementierung diese erhöhen kann [s5]. Gegenüber anderen Zinkformen bietet Bisglycinat den Vorteil geringerer gastrointestinaler Nebenwirkungen, da die Chelat-Bindung die osmotische Belastung des Darms reduziert [s2, s3]. Es eignet sich besonders für Personen mit empfindlichem Magen, Veganer mit erhöhtem Phytatkonsum sowie ältere Menschen mit reduzierter Magensäureproduktion.
Rechtlicher Status (DE)
In den DACH-Ländern ist Zink Bisglycinat als rezeptfreies Nahrungsergänzungsmittel (NEM) im freien Verkehr vollständig verkehrsfähig. Das BfR empfiehlt eine Höchstmenge von 6,5 mg Zink pro Tagesdosis in NEM [s9]. Die EFSA legt den Tolerable Upper Intake Level (UL) für Erwachsene bei 25 mg/Tag fest [s8].
Wirkmechanismus
Zink Bisglycinat wird im Dünndarm (vorwiegend Duodenum und Jejunum) über zwei Mechanismen aufgenommen: aktiv durch den Zinktransporter ZIP4 (SLC39A4) an der Bürstensaummembran und passiv bei höheren luminalen Konzentrationen [s3, s4]. Die Chelat-Struktur des Bisglycinats schützt das Zinkatom vor der Bildung unlöslicher Komplexe mit Phytaten, Oxalaten und Tanninen im Darmlumen, die bei anorganischen Zinkformen die Bioverfügbarkeit erheblich mindern [s1, s4]. Auf zellulärer Ebene wirkt Zink als Kofaktor zahlreicher Metalloenzyme (z. B. Superoxiddismutase, Alkalische Phosphatase, Carboanhydrase) und als Strukturelement in Zinkfingerproteinen, die an der Genexpression und Signaltransduktion beteiligt sind [s5]. Im Immunsystem ist Zink für die Reifung von T-Lymphozyten und die Funktion natürlicher Killerzellen erforderlich [s6]. Bei der Wundheilung moduliert Zink sowohl die angeborene als auch die adaptive Immunantwort und fördert die Kollagensynthese [s6]. Bei Akne hemmt Zink die 5-Alpha-Reduktase, das Enzym, das Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) umwandelt, und reduziert dadurch die Talgdrüsenaktivität und Entzündungsreaktionen [s7]. Bezüglich Testosteron zeigen Daten, dass Zink für die hypothalamisch-hypophysäre Achse und die testikuläre Steroidogenese benötigt wird [s5]. Bei chronisch hohen Zinkdosen konkurriert Zink mit Kupfer um gemeinsame Transportproteine (Metallothioneine) im Darmepithel, was die Kupferabsorption hemmen und zu einem sekundären Kupfermangel führen kann [s8, s10].
Dosierung
Zinkversorgung und Immununterstützung (Allgemeinbevölkerung)
- Dosis
- 7–15 mg elementares Zink
- Frequenz
- 1× täglich
- Verabreichung
- oral
- Dauer
- fortlaufend
- Timing
- Zu einer Mahlzeit einnehmen
- Nahrungsaufnahme
- empfohlen
Korrektur eines Zinkmangels (kurzfristig)
- Dosis
- 15–25 mg elementares Zink
- Frequenz
- 1× täglich
- Verabreichung
- oral
- Dauer
- 4–8 Wochen
- Timing
- Zu einer Mahlzeit einnehmen
- Nahrungsaufnahme
- empfohlen
Aknebehandlung (adjuvant, unter ärztlicher Aufsicht)
- Dosis
- 25–30 mg elementares Zink
- Frequenz
- 1× täglich
- Verabreichung
- oral
- Dauer
- 8–12 Wochen
- Timing
- Zu einer Mahlzeit einnehmen
- Nahrungsaufnahme
- empfohlen
Die EFSA setzt den Tolerable Upper Intake Level (UL) für Erwachsene bei 25 mg Zink/Tag aus allen Quellen fest [s8]. Das BfR empfiehlt für NEM eine Tageshöchstmenge von 6,5 mg elementarem Zink [s9]. Dosen über 40 mg/Tag können Kupfermangel und Anämie verursachen [s10].
Zink Bisglycinat enthält ca. 20–25 % elementares Zink pro Gewichtseinheit. Bei einem Produkt mit 15 mg elementarem Zink entspricht dies ca. 60–75 mg Zinkbisglycinat. Einnahme mit Mahlzeit reduziert gastrointestinale Beschwerden. Mindestens 2 Stunden Abstand zu Tetracyclinen und Chinolonen einhalten [s10].
Nebenwirkungen
| Nebenwirkung | Häufigkeit | Schwere |
|---|---|---|
| Übelkeit, Magenkrämpfe, Erbrechen Bei Einnahme auf nüchternen Magen oder bei Dosen >25 mg möglich. Bisglycinat ist besser verträglich als Zinkoxid oder Zinksulfat, aber nicht vollständig frei von GI-Nebenwirkungen [s1, s2, s3]. | gelegentlich | leicht |
| Metallischer Geschmack im Mund Klassische Zink-Nebenwirkung, besonders bei höheren Dosen oder Einnahme ohne Mahlzeit berichtet [c1]. | gelegentlich | leicht |
| Kupfermangel (Anämie, Neutropenie, Immunschwäche) Bei chronischer Supplementierung mit Dosen >40 mg/Tag konkurriert Zink mit Kupfer um intestinale Transporter (Metallothioneine) und kann zu einem sekundären Kupfermangel mit Anämie und Neutropenie führen [s8, s10]. | selten | moderat |
| Reaktion auf Glycin-Anteil (Verdauungsbeschwerden) Ein kleiner Teil der Anwender reagiert spezifisch auf die Glycin-Komponente des Bisglycinats mit leichten Verdauungsbeschwerden [c1]. | selten | leicht |
| Veränderung des LDL/HDL-Quotienten Langfristige Überdosierung kann das Lipidprofil ungünstig beeinflussen und das Atheroskleroserisiko erhöhen [s10]. | selten | moderat |
Kontraindikationen
Bei bestehenden Mineralstoff-Regulationsstörungen kann eine zusätzliche Zinksupplementierung das Gleichgewicht zwischen Zink und Kupfer weiter stören [s8].
Eingeschränkte renale Zinkausscheidung kann bei Supplementierung zu Akkumulation und Toxizität führen [s8].
Seltene Unverträglichkeitsreaktionen auf den Glycin-Anteil der Chelat-Verbindung sind möglich [c1].
Wechselwirkungen
Synergistisch
Vitamin C kann die Zinkabsorption unterstützen und wirkt synergistisch bei Immunfunktion und Wundheilung [s5].
Bei Langzeit-Zinksupplementierung >15 mg/Tag wird eine begleitende Kupfergabe (1–2 mg/Tag) empfohlen, um einem sekundären Kupfermangel vorzubeugen [s8, s10].
Quercetin wirkt als Zinkionophor und kann Zinkionen durch Zellmembranen transportieren, wodurch die intrazelluläre Zinkaufnahme verbessert wird. Diese Kombination wird häufig für Immunfunktion und antivirale Wirkung empfohlen.
Zink und Magnesium können in üblichen Dosierungsbereichen ohne nennenswerte Absorptionshemmung gemeinsam eingenommen werden. Beide Mineralstoffe unterstützen zusammen Immunfunktion, Enzymaktivität und Schlafqualität.
Vorsicht
Zink bildet mit diesen Antibiotika schlecht resorbierbare Chelatkomplexe und reduziert deren Bioverfügbarkeit erheblich. Mindestens 2 Stunden Abstand einhalten [s10].
Zink und Eisen konkurrieren bei hohen Dosen um gemeinsame Absorptionswege (ZIP-Transporter). Zeitlich getrennte Einnahme empfohlen [s3].
Zink kann die Absorption von Penicillamin (bei M. Wilson oder rheumatoider Arthritis) reduzieren. Zeitlich getrennte Einnahme notwendig [s10].
Hohe Kalziumdosen können die Zinkabsorption beeinträchtigen. Eine zeitlich getrennte Einnahme (mindestens 2 Stunden Abstand) wird empfohlen, um eine gegenseitige Absorptionshemmung zu vermeiden.
Bei gleichzeitiger Supplementierung von Zink und GHK-Cu sollte das Zink-Kupfer-Verhältnis beachtet werden. Obwohl der Kupfergehalt in typischen GHK-Cu-Dosierungen (ca. 300 µg pro 2 mg Peptid) gering ist, kann hochdosiertes Zink die Kupferverfügbarkeit weiter senken.
Studien
Tier A — Hohe Evidenz
Ergebnis: Vergleich der Bioverfügbarkeit verschiedener Zinkformen beim Menschen
Effektgröße: Bisglycinat besser bioverfügbar als Gluconat; Picolinat zeigte in einer Studie höchste Absorption
Ergebnis: Bioverfügbarkeit von Zink Bisglycinat vs. Zinkgluconat (Plasma-Zink, Erythrozyten-Zink)
Effektgröße: +43,4 % höhere orale Bioverfügbarkeit für Bisglycinat (p<0,05)
Tier B — Mittlere Evidenz
Ergebnis: Zinkwirkung auf Immunfunktion, Erkältungsdauer und Wundheilung
Effektgröße: Signifikante Reduktion der Erkältungsdauer; Verbesserung der Immunmarker bei Zinkmangel
Ergebnis: Zinkserumspiegel bei Akne; Wirksamkeit oraler Zinksupplementierung
Effektgröße: Signifikant niedrigere Zinkspiegel bei Akne-Patienten; Verbesserung des entzündlichen Papulopusteln-Scores
Tier C — Niedrige Evidenz
Ergebnis: Bioaccessibility verschiedener Zinkformen in simulierter intestinaler Umgebung
Effektgröße: Unterschiede in der relativen Bioaccessibility je nach Zinkform und pH-Bedingungen
Community-Evidenz
Häufigste gemeldete Vorteile
- Bessere Magenverträglichkeit als Zinkoxid oder Zinksulfat
- Verbessertes Hautbild und weniger Unreinheiten
- Stärkung des Immunsystems (weniger Erkältungen)
- Verbesserung von Haarqualität und Nagelwachstum
- Keine oder kaum Übelkeit bei Einnahme mit Mahlzeit
Häufigste gemeldete Probleme
- Metallischer Geschmack bei höheren Dosen
- Gelegentliche Übelkeit bei Einnahme auf leeren Magen
- Preis höher als andere Zinkformen
- Reaktionen auf Glycin-Anteil bei einzelnen Nutzern
Einige Nutzer diskutieren das Risiko eines Kupfermangels bei Langzeitanwendung ohne begleitende Kupfersupplementierung. Einzelne Berichte über ausbleibende Wirkung bei bereits ausreichender Zinkversorgung. Die Community betont generell, einen Zinkmangel vor der Supplementierung zu prüfen.
Wissenschaftliche Quellen
- Zinc for prevention and treatment of the common cold
Nault D, Machingo TA, Shipper AG, Antiporta DA, Hamel C, Nourouzpour S, Konstantinidis M, Phillips E, Lipski EA, Wieland LS (2024). Cochrane Database of Systematic ReviewsAPMID:38719213DOI - Correlation between serum zinc and testosterone: A systematic review
Te L, Liu J, Ma J, Wang S (2023). Journal of Trace Elements in Medicine and BiologyBPMID:36577241DOI - A bioavailability study comparing two oral formulations containing zinc (Zn bis-glycinate vs. Zn gluconate) after a single administration to twelve healthy female volunteers
Gandia P, Bour D, Maurette JM, et al. (2007). International Journal for Vitamin and Nutrition ResearchAPMID:18271278DOI - Zink-Ergänzungspräparate – MSD Manual für Patienten / Überdosierungsrisiken und Kupfermangel
MSD Manual / Merck & Co. (2023). MSD Manual (Patientenversion, deutsche Ausgabe)BLink - Zinc for the treatment of the common cold: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials
Singh M, Das RR (2012). CMAJCPMID:22566526DOI - Comparative Absorption and Bioavailability of Various Chemical Forms of Zinc in Humans: A Narrative Review
Ruz M, Carrasco F, Rojas P, et al. (2024). Nutrients (PMC)BLink - Comparison of the Potential Relative Bioaccessibility of Zinc Supplements—In Vitro Studies
Smolin Y, Grosicki M, Olędzki R, et al. (2023). Nutrients (PMC)CLink - Zink – Resorption, Transport und Verwertung im menschlichen Körper
DocMedicus Vitalstoff-Lexikon (Review) (2022). vitalstoff-lexikon.deBLink - Zinc: A Review of Clinical Use and Efficacy
NMI Health (Nutritional Medicine Institute Review) (2023). Nutritional Medicine Journal / NMI HealthBLink - Systematic review and meta-analysis of the effect of zinc on wound healing
Ye L, Wang H, Zhou X, et al. (2025). PMC / International Wound JournalALink - Serum zinc levels and efficacy of zinc treatment in acne vulgaris: A systematic review and meta-analysis
Yee BE, Richards P, Sui JY, et al. (2020). Dermatologic TherapyALink - Zinc Toxicity: Understanding the Limits
Maares M, Haase H, Rink L, et al. (2024). PMC / NutrientsBLink - Höchstmengenvorschläge für Zink in Nahrungsergänzungsmitteln – BfR Stellungnahme 006/2024
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) (2024). BfR – Bundesinstitut für RisikobewertungALink
Community-Quellen
Lagerung
Ungeöffnet
Trocken und bei Raumtemperatur lagern, vor direktem Sonnenlicht und Feuchtigkeit schützen.
Geöffnet
Behälter dicht verschlossen halten; bei Pulver- oder Kapselform Feuchtigkeitseintrag vermeiden.
Hinweise
Außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren. Verfallsdatum beachten.