Vitamin K2 MK-7
SupplementZuletzt geprüft am 10. Juli 2025 von SupStaq
Kein medizinischer Rat. Diese Inhalte dienen der allgemeinen, evidenzbasierten Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.
Der medizinische Score liegt leicht über dem Community-Score, da klinische Studien konsistente Biomarker-Effekte zeigen [s3, s4, s7], während Community-Berichte durch eine auffällige Häufung von Nebenwirkungsberichten (Palpitationen, Schlafstörungen) bei höherdosierten Produkten gedämpft werden [c1, c2, c3].
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TL;DR
Vitamin K2 MK-7 ist die am besten untersuchte K2-Form: Mehrere RCTs belegen konsistent eine Aktivierung von Osteocalcin (ucOC-Senkung um bis zu 65 %) und eine Verlangsamung des Knochendichteverlusts bei postmenopausalen Frauen, während eine Meta-Analyse von 14 RCTs Hinweise auf reduzierte arterielle Versteifung liefert – harte Endpunkte wie Frakturraten fehlen jedoch noch. Die Kombination mit Vitamin D3 ist pharmakologisch sinnvoll und in der Community etabliert; für die meisten Anwender reichen 90–180 µg täglich mit einer fetthaltigen Mahlzeit. Wichtig: Wer Vitamin-K-Antagonisten wie Marcumar einnimmt, darf MK-7 nicht ohne engmaschige INR-Kontrolle verwenden – und die community-dokumentierten Nebenwirkungen bei Überdosierung (Herzpalpitationen, Schlafstörungen) sind real genug, um Megadosen klar abzulehnen.
Beschreibung
Hochbioverfügbare Form von Vitamin K2 mit langer Halbwertszeit; aktiviert Osteocalcin und MGP zur Knochenerhaltung und Hemmung arterieller Verkalkung [s1, s2, s3].
Vitamin K2 MK-7 (Menaquinon-7) ist eine langkettige Form von Vitamin K2, die überwiegend durch bakterielle Fermentation entsteht. Die reichste natürliche Quelle ist Natto (fermentierte Sojabohnen) mit bis zu 1103 µg MK-7 pro 100 g [s6]. Im Vergleich zu MK-4 zeichnet sich MK-7 durch eine wesentlich längere Halbwertszeit von ca. 72 Stunden (3 Tage) aus, was stabile Blutspiegel bei einmal täglicher Dosierung im Mikrogramm-Bereich ermöglicht [s5]. Der Hauptwirkungskanal von MK-7 ist die Aktivierung (Carboxylierung) von Vitamin-K-abhängigen Proteinen: Osteocalcin im Knochen und Matrix-Gla- Protein (MGP) in den Gefäßwänden. Osteocalcin bindet nach Carboxylierung Calcium in der Knochenmatrix; MGP hemmt nach Carboxylierung die Ablagerung von Calcium in Arterien [s1, s2]. In einer dreijährigen placebokontrollierten RCT an postmenopausalen Frauen mit Osteopenie reduzierte MK-7 (180 µg/Tag) den altersabhängigen Rückgang der Knochenmineraldichte signifikant und verbesserte Knochenstrukturparameter [s3]. Untercarboxyliertes Osteocalcin sank in der MK-7-Gruppe um 65,2 % gegenüber 0,03 % in der Placebo-Gruppe [s4]. Für kardiovaskuläre Endpunkte liefert eine Frontiers-Meta-Analyse von 14 RCTs Hinweise auf eine Verlangsamung der arteriellen Versteifung [s7]. Eine große RCT (CIRCULATIONAHA 2021) fand bei Männern mit bereits fortgeschrittener Aortenklappenkalkung allerdings keinen signifikanten Effekt von 720 µg MK-7 + 25 µg Vitamin D auf den primären Endpunkt Aortenklappenkalk-Score [s8]. Die Evidenzlage für harte kardiovaskuläre Endpunkte gilt daher als unvollständig. Vitamin D3 erhöht den Bedarf an Vitamin K2, da es die Produktion Vitamin-K-abhängiger Proteine steigert; eine kombinierte Einnahme wird in der Fachliteratur diskutiert [s9, s10]. Das BfR weist ausdrücklich auf das Risiko von Wechselwirkungen mit Vitamin-K-Antagonisten hin und empfiehlt eine ärztliche Kontrolle für betroffene Personen [s12].
Rechtlicher Status (DE)
In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist Vitamin K2 MK-7 als rezeptfreies Nahrungsergänzungsmittel (NEM) verkehrsfähig. Es unterliegt keinem Zulassungsverfahren als Arzneimittel. Das BfR empfiehlt eine Höchstmenge von 25 µg MK-7 pro Tagesverzehrempfehlung eines NEMs [s12]. In der EU wurde eine Novel-Food-Zulassung für bestimmte synthetische MK-7-Formen erteilt [s13].
Wirkmechanismus
MK-7 fungiert als Cofaktor der Gamma-Glutamylcarboxylase, einem Enzym, das Glutamatrest-Seitenketten in Vitamin-K-abhängigen Proteinen zu Gamma-Carboxyglutamat (Gla) umwandelt [s1, s2]. Dieser Carboxylierungsschritt ist notwendig, damit die Proteine Calcium binden können. Im Knochen aktiviert carboxyliertes Osteocalcin (cOC) die Einlagerung von Hydroxyapatit (Calciumphosphat) in die Knochenmatrix. Bei MK-7-Mangel zirkuliert überwiegend untercarboxyliertes Osteocalcin (ucOC), das diese Funktion nicht erfüllt [s3, s4]. MK-7-Supplementierung senkt ucOC messbar [s4]. In Gefäßwänden und Weichteilgeweben verhindert carboxyliertes MGP (Matrix-Gla-Protein) die Ablagerung von Calcium. Untercarboxyliertes MGP (dp-ucMGP) gilt als Biomarker für vaskuläres Verkalkungsrisiko [s7, s8]. MK-7 senkt dp-ucMGP in klinischen Studien signifikant [s7]. In der Gerinnungskaskade aktiviert Vitamin K Faktor II (Prothrombin), VII, IX und X sowie die antikoagulatorischen Proteine C und S. Diese Funktion erklärt die klinisch relevante Wechselwirkung mit Vitamin-K-Antagonisten (Warfarin, Phenprocoumon) [s14, s15]. MK-7 hat durch seine lange Halbwertszeit (~72 h) eine ausgeprägtere extrahepatische Wirkung als MK-4, da es länger in Knochen-, Gefäß- und anderen peripheren Geweben zirkuliert [s5].
Dosierung
Knochengesundheit / Osteoporose-Prävention
- Dosis
- 180 µg MK-7
- Frequenz
- 1× täglich
- Verabreichung
- oral
- Dauer
- langfristig (mind. 3 Jahre in Studiensetting)
- Timing
- vorzugsweise zu einer fetthaltigen Mahlzeit (fettlösliches Vitamin)
- Nahrungsaufnahme
- empfohlen
Vaskuläre Kalziumregulation / Arterielle Gesundheit
- Dosis
- 90–180 µg MK-7
- Frequenz
- 1× täglich
- Verabreichung
- oral
- Dauer
- langfristig
- Timing
- zu einer fetthaltigen Mahlzeit
- Nahrungsaufnahme
- empfohlen
Allgemeine Versorgung / Kombination mit Vitamin D3
- Dosis
- 75–200 µg MK-7
- Frequenz
- 1× täglich
- Verabreichung
- oral
- Dauer
- fortlaufend
- Timing
- gleichzeitig mit Vitamin D3-Gabe zu einer fetthaltigen Mahlzeit
- Nahrungsaufnahme
- empfohlen
Das BfR empfiehlt eine Höchstmenge von 25 µg MK-7 pro Tagesverzehrempfehlung in NEMs für die Allgemeinbevölkerung [s12]. CRN setzt den Höchstwert ohne beobachtete Nebenwirkungen bei 375 µg/Tag [s11]. In klinischen Studien wurden bis zu 720 µg/Tag ohne schwere unerwünschte Ereignisse eingesetzt [s8]. Selbstexperimente mit mehreren Tausend µg täglich sind mit Nebenwirkungsberichten assoziiert [c2].
MK-7 ist fettlöslich und sollte zwingend mit einer fetthaltigen Mahlzeit eingenommen werden, um die Resorption zu gewährleisten [s5]. Personen unter Vitamin-K-Antagonist-Therapie (Warfarin, Phenprocoumon/ Marcumar) dürfen MK-7 nur unter engmaschiger ärztlicher INR-Kontrolle einnehmen [s14, s15].
Nebenwirkungen
| Nebenwirkung | Häufigkeit | Schwere |
|---|---|---|
| Herzpalpitationen, Herzrasen Mehrfach in Reddit-Threads bei Dosen ≥100 µg berichtet; mögliche Ursache ist eine Verschiebung des Calcium-Magnesium-Gleichgewichts oder Mobilisierung von Calcium durch verstärkte Osteocalcin-/MGP- Aktivierung [c1, c2, c3]. Klinische RCTs bei Dosen ≤180 µg zeigen dieses Phänomen nicht systematisch. | gelegentlich | moderat |
| Schlafstörungen, Nervosität, innere Unruhe In Community-Berichten wiederholt beschrieben, insbesondere bei höheren Dosen oder abendlicher Einnahme [c1, c3]. Mechanistisch nicht vollständig erklärt; möglicherweise individuelle Reaktion auf Calciumverschiebungen. | gelegentlich | leicht |
| Gastrointestinale Beschwerden (Übelkeit, Bauchschmerzen) In Toxizitätsstudien und klinischen Trials bei Standarddosen nicht als häufiges Ereignis verzeichnet [s11]. Einzelne Community-Berichte vorhanden [c1]. | selten | leicht |
| Störung der Antikoagulations-Einstellung (INR-Veränderung) Bereits 10 µg MK-7/Tag können die INR bei Patienten unter Vitamin-K-Antagonisten (Warfarin, Marcumar/Phenprocoumon) klinisch relevant beeinflussen und zu thrombotischen Ereignissen führen [s14, s15]. | häufig | schwer |
| Allergische Reaktionen (Geraniol-Allergie) Synthetisches MK-7 aus Geraniol-Quellen kann bei entsprechend sensibilisierten Personen allergische Reaktionen auslösen [c4]. | selten | moderat |
Kontraindikationen
MK-7 antagonisiert den Gerinnungshemmer-Effekt von VKAs und kann die Antikoagulation vollständig aufheben, mit dem Risiko fataler Thromboembolien. Kontraindiziert ohne intensive INR-Überwachung durch Arzt [s14, s15].
Geraniol-basierte MK-7-Synthese kann bei sensibilisierten Personen allergische Reaktionen hervorrufen [c4].
Für hohe MK-7-Dosen in Schwangerschaft und Stillzeit liegen keine ausreichenden Sicherheitsdaten vor. Standarddosierungen gelten als unbedenklich [s11].
Wechselwirkungen
Synergistisch
Vitamin D3 steigert die Synthese Vitamin-K-abhängiger Proteine (Osteocalcin, MGP) und erhöht dadurch den Bedarf an MK-7 für deren vollständige Carboxylierung. Kombinierte Einnahme wird wissenschaftlich diskutiert und scheint für Knochen- und Gefäßgesundheit vorteilhafter als Einzelgabe [s9, s10].
MK-7 (via cOC und cMGP) reguliert die Calcium-Verteilung im Körper: Förderung der Einlagerung in Knochen, Hemmung der Ablagerung in Gefäßen. Kombinierte Supplementierung von Calcium und MK-7 ist sinnvoll, um Weichteilverkalkung zu minimieren [s1, s2].
Magnesium ist ein wichtiger Kofaktor für die Knochenmatrixbildung und wirkt ergänzend zu MK-7, das Osteocalcin carboxyliert. Die Kombination unterstützt die vollständige Knochenmineralisierung synergetisch.
Die Kombination von MK-7 mit Omega-3-Fettsäuren wird in der Praxis für Knochen- und Gefäßgesundheit empfohlen, da beide Substanzen entzündungshemmend und kardioprotektiv wirken. Omega-3 verbessert zudem als fettlöslicher Begleiter die Bioverfügbarkeit von MK-7.
Vorsicht
MK-7 vermindert den antikoagulatorischen Effekt von VKAs durch Kompetition am Vitamin-K-Zyklus. Bereits 10 µg/Tag können die INR klinisch signifikant verändern. Strikte Kontraindikation ohne ärztliche Überwachung [s14, s15].
Orlistat reduziert die Resorption fettlöslicher Vitamine einschließlich MK-7; bei gleichzeitiger Einnahme kann die Vitamin-K2-Versorgung unzureichend sein. Zeitlicher Abstand oder Dosisanpassung erforderlich [s11].
Breite Antibiotika können die intestinale Mikrobiota reduzieren, die Menaquinone produziert, und damit die endogene K2-Synthese beeinträchtigen. Klinische Relevanz bei kurzer Einnahme gering, bei Langzeitantibiose möglich [s6].
Bei Patienten unter Statin-Therapie kann der Vitamin-K2-Status verringert sein, da Statine den Mevalonat-Stoffwechselweg hemmen, der auch für Menaquinon-Synthese relevant ist. Eine ausreichende MK-7-Versorgung wird bei dieser Patientengruppe besonders empfohlen.
Studien
Tier A: Hohe Evidenz
Ergebnis: Vaskuläre Kalzifikation und arterielle Steifigkeit
Effektgröße: Signifikante Reduktion von dp-ucMGP; Hinweise auf Verlangsamung arterieller Versteifung; kein konsistenter Effekt auf Kalkscores in allen Subgruppen
Ergebnis: Knochenmineraldichte (BMD) Lendenwirbelsäule und Femurhals; Knochenstrukturparameter
Effektgröße: Signifikante Verlangsamung des BMD-Verlusts in MK-7-Gruppe (180 µg/Tag) vs. Placebo; Verbesserung des Hüftstärke-Index (p<0,05)
Ergebnis: Untercarboxyliertes Osteocalcin (ucOC) als Marker der Vitamin-K2-Aktivität
Effektgröße: ucOC-Senkung -65,2 ± 23,5 % (MK-7) vs. -0,03 ± 38,5 % (Placebo), p<0,01
Ergebnis: Änderung des Aortenklappenkalk-Scores (AVC)
Effektgröße: Kein signifikanter Unterschied im primären Endpunkt AVC-Score zwischen 720 µg MK-7 + 25 µg Vitamin D vs. Placebo; dp-ucMGP signifikant gesenkt (Biomarker-Endpunkt positiv)
Tier B: Mittlere Evidenz
Ergebnis: Synergismus Vitamin D und Vitamin K2 für Knochen- und Gefäßgesundheit
Effektgröße: Narrative Synthese; keine eigene Effektgröße
Ergebnis: Arterielle Verkalkung und kardiovaskuläre Mortalität
Effektgröße: Hohe K2-Zufuhr (v.a. MK-7) assoziiert mit ~50 % Reduktion arterieller Verkalkung und kardiovaskulärer Mortalität (Beobachtungsstudie, kein RCT)
Tier C: Niedrige Evidenz
Ergebnis: Sicherheit und Toxikologie von MK-7
Effektgröße: Kein toxisches Ereignis bei 5000 mg/kg Akutdosis (Tiermodell); kein unerwünschtes Ereignis bis 375 µg/Tag beim Menschen
Community-Evidenz
Häufigste gemeldete Vorteile
- Subjektiv stärkere Knochen / weniger Beschwerden bei Osteoporose
- Gute Ergänzung zu Vitamin D3, empfundene Synergie
- Reduktion von Muskelkrämpfen (anekdotisch)
- Allgemein gute Verträglichkeit bei niedrigen Dosen (≤100 µg)
Häufigste gemeldete Probleme
- Herzpalpitationen und Herzrasen, besonders bei höheren Dosen
- Schlafstörungen und innere Unruhe / Nervosität
- Intensive unangenehme Energie-/Unruhegefühle
- Unklarheit über korrekte Dosierung in vielen Produkten
Mehrere prominente Reddit-Threads warnen vor erheblichen Nebenwirkungen bei Fehl- oder Überdosierung (z.B. 5000 µg/Tag über Wochen) mit Symptomen wie Kurzatmigkeit und Herzpalpitationen [c2]. Einige Nutzer berichten, dass die Symptome erst nach Absetzen verschwinden [c2]. Die Wechselwirkung mit Blutverdünnern ist in deutschen Foren präsent, aber nicht ausreichend bekannt [c5]. Nutzer diskutieren, ob Magnesium- Ergänzung die Nebenwirkungen mildern kann [c3].
Wissenschaftliche Quellen
- Molecular Pathways and Roles for Vitamin K2-7 as a Health-Promoting Nutraceutical
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van Ballegooijen AJ, Pilz S, Tomaschitz A, et al. (2017). International Journal of EndocrinologyBPMID:29138634DOI
Community-Quellen
Lagerung
Ungeöffnet
Trocken und kühl (15–25 °C) lagern, vor direktem Licht und Wärme schützen.
Geöffnet
Flasche/Blister dicht verschlossen halten; Pulver- und Ölformen vor Feuchtigkeit und Licht schützen.
Hinweise
MK-7 ist lichtempfindlich und kann durch UV-Strahlung abgebaut werden. Öl-basierte Tropfenformulierungen nach Öffnung im Kühlschrank lagern und innerhalb des angegebenen Zeitraums verbrauchen.